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Themenbereich Medizin

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Buch, 156 Seiten, Hardcover

ISBN 3-936572-04-6
1. Auflage 2004
Preis: EUR 19,50


Autorin:

Dr. med. Silke Brockmann
Abt. für Allgemeinmedizin
Universität Düsseldorf
brockmann@med.uni- duesseldorf.de

Leseprobe:
Inhaltsverzeichnis und Kapitel 2

Pressemitteilung
zu diesem Titel

 

Hausärztliche Leitlinien zwischen
Erfahrung und „Evidence“


von Silke Brockmann

Die Autorin Dr. med. Silke Brockmann, erfahrene Allgemeinärztin, war vier Jahre lang Begleiterin und Mitgestalterin des Projekts der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) zur „Entwicklung, Verbreitung, Implementierung und Evaluation von hausärztlichen Leitlinien“. Sie stellt die besonderen Probleme bei der Entwicklung von evidenzbasierten Leitlinien und das Pro und Contra ihrer Anwendung in der hausärztlichen Praxis mit vielen Details dar. Die erforderlichen methodischen Überlegungen und Lösungen werden skizziert. Vorrangig die in dem Projekt entstandenen Berichte, Dokumente und Analysen werden dafür herbeigezogen und mit publizierten Erfahrungen aus anderen Ländern und Arbeitsfeldern verglichen.

Dieses Buch spricht zwei Gruppen an:

  • Zum einen Ärzte, die bei der Entwicklung von medizinischen Leitlinien mitwirken.
  • Und zum anderen Hausärzte, die solche Leitlinien anwenden wollen.

Zunächst zur zweiten Gruppe:
Es mag einem als Arzt schon theoretisch einleuchten, dass man sich in der Anwendung einer Leitlinie sicherer fühlt, wenn man die Prinzipien begriffen hat, nach denen sie zustande gekommen ist. Wenn man also von der Leitlinie weiß "wie sie zu verstehen ist", wie sie von den Autorengremien "gemeint ist".

Die Lektüre des Buchs bringt nun sozusagen das Fleisch auf die Rippen dieser theoretischen Überlegung, in Form von detaillierten Hintergrundinformationen.

Das Buch beschreibt die Vorgeschichte und die Entstehung der Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Welche Faktoren und Aktivitäten haben zur Entwicklung der hausärztlichen Leitlinien nach dem DEGAM-Muster geführt? Wie organisiert eine wissenschaftliche Gesellschaft die Bewältigung einer Flut ständig neuer Information zu so breiten Themen wie "Müdigkeit" oder "Kreuzschmerzen"? Wie findet sie überhaupt ihre Themen? Welche praktischen Kompromisse sind erforderlich, um im Strom der ständig nachfließenden wissenschaftlichen Information Ergebnisse zu fixieren? Wo stehen wir in Deutschland, im Vergleich mit der Arbeit in anderen Ländern? Diese Fragen werden ausführlich beantwortet.

Und vor allem: Wie wird das Spannungsverhältnis zwischen der ärztlichen Eigenverantwortung für den Einzelfall und dem Geltungsanspruch der Leitlinien-Empfehlungen gelöst? Die Autorin berichtet, wie diese Frage bereits im Vorfeld der eigentlichen Leitlinien-Erstellung eine entscheidende Rolle spielte und in der Umsetzungsarbeit immer weiter verfolgt wurde. Der Leser kann staunen - vielleicht sogar sich daran freuen - in welche Tiefen und Verästelungen die Leitlinien-Urheber dieser wichtigen Frage nachgehen. Zugleich wird in diesen Abschnitten in besonderer Weise verständlich, wie diese Leitlinien "zu verstehen sind" und wie nicht - und damit auch, was sie leisten können und was eben nicht.

Die DEGAM-Leitlinien werden ja nicht, wie so viele andere, patriarchalisch von oben herunter nach dem "OBST-Prinzip" (OBST = Old Boys Sitting Together) generiert. Die Autorin schildert eingehend, in welcher Weise Hunderte von niedergelassenen Hausärzten in Dutzenden von Qualitätszirkeln, und über die beteiligten Ärzte schließlich auch Patienten in großer Zahl als "Letztbetroffene" in die Erstellung der Leitlinien einbezogen wurden.

Es liegt auf der Hand, dass auch die andere oben genannte Lesergruppe des Buchs, nämlich Ärzte, die an der Entwicklung von medizinischen Leitlinien mitwirken, aus diesem Bericht unmittelbaren Nutzen für ihre weitere Arbeit ziehen kann.

Die Autorin, Dr. med. Silke Brockmann, erfahrene Allgemeinmedizinerin, war vier Jahre lang Mitgestalterin und Begleiterin des Projekts der DEGAM zur "Entwicklung, Verbreitung, Implementierung und Evaluation von hausärztlichen Leitlinien"; für ihren Bericht standen ihr die bei dem Projekt anfallenden Originaldokumente und Analysen zur Verfügung, bis hin zu handschriftlichen Notizen der Protagonisten. Der Teufel liegt im Detail - das gilt für den Prozess der Leitlinien-Erstellung selbst, und es gilt auch für den vorliegenden aufregenden Bericht über diesen Prozess!

 

 

 




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